Hallo Foristi,
aufgrund unvorhergesehener Ereignisse habe ich spontan vor, ab Freitag mit einer meiner Q-he auf Reise zu gehen.
Es soll- so möglich, die Route des Grandes Alpes sein, aus der Pfingsten wg. Schlechtwetter und noch geschlossener Pässe leider nichts geworden ist.
Ich wäre planmäßig am späten Freitagnachmittag iwo am Lac Léman.
Wo genau ist noch unklar, mit großer Wahrscheinlichkeit aber am Camping. Überhaupt will ich im Zelt übernachten, weil das weniger Vorplanung erfordert und zur Not auch "ambulant" funktioniert.
Da es mir ums Fahren geht, weniger um Sighseeing und Insta-Foddografünferei, werde ich große Tagesetappen haben, auch weil ich am Donnerstag der Folgewoche wieder daheim sein muss.
Sollte sich rausstellen, dass das in Gänze zu viel des Guten würde, kann auch Abbruch und Schwenk in die Schweiz oder gen Italien eine Option werden, genauso, wie die Heimreise über die Dosenbahnen in einem Rutsch am letzten Tag.
Falls jemand ähnlich bekloppt wäre, wie ich, spontan Lust verspürte, sich anzuschließen, ... vllt. PN oder hier reinschreiben.
Greetz
Dirk
Route des grandes Alpes Vol. 2
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Re: Route des grandes Alpes Vol. 2
Gute Fahrt! Nimm die 800er, ist ein bisschen Easy Rider.
Gruß Rainer
Gruß Rainer
Jede Fahrt ist eine Probefahrt
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MMö
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Re: Route des grandes Alpes Vol. 2
Wäre dir das mal vor zwei Tagen eingefallen … dann hätte ich alles umgebucht!!! Jetzt muss ich die Fähre nehmen 
Ils ont les armes. On les emmerde. On a le champagne!
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Boxerfahrer
Re: Route des grandes Alpes Vol. 2
Moin!
Wir sind wieder zurück von unserer Tour, wir sind wirklich begeistert!
http://kleineboxer.de/forum/viewtopic.p ... 46#p146846
Sehr grün, auch die Pässe, wenig verkehr, ein Traum!
Zurück sind wir über den Canyon de Verdon, Italien, Schweiz und Österreich......beeindruckend!
In Frankreich hatten wir zurück bis zu 34°C, das war Hardcore.
10 Tage und keine Regenkombi, das hatten wir noch nie.
Die Verkehrsteilnehmer alle top, man merkte, als man wieder in Deutschland war......
Ansonsten viel Spass!
Wir sind wieder zurück von unserer Tour, wir sind wirklich begeistert!
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Sehr grün, auch die Pässe, wenig verkehr, ein Traum!
Zurück sind wir über den Canyon de Verdon, Italien, Schweiz und Österreich......beeindruckend!
In Frankreich hatten wir zurück bis zu 34°C, das war Hardcore.
10 Tage und keine Regenkombi, das hatten wir noch nie.
Die Verkehrsteilnehmer alle top, man merkte, als man wieder in Deutschland war......
Ansonsten viel Spass!
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Re: Route des grandes Alpes Vol. 2 Reisebericht
Hallo in die Runde,
ich hab es tatsächlich getan, bin am vergangenen Freitagfrüh hier in Mittelfranken losgedüst, mir die Route des Grandes Alpes unter die Räder zu klemmen und per Landstraße zunächst bis Basel gerollt. Eingedenk Rainers Ermahnung bin ich mit der R80R gefahren. Vorneweg: ohne Murren und Knurren ist die Maschine gelaufen, ein Traum!
Also bis Basel mehr oder minder Landstraßen (einstellung Schnell, ohne Autobahn) ein Stück Schwarzwald mitgenommen, dann in der Schweiz Dosenbahn, weil sonst das Pensum bis nach Thonon les Baines nicht mehr während der Öffnungszeiten des Camping du Lac noir zu schaffen gewesen wäre. Ein Abstecher zu Jörg Hau, der in der Nachbarkneipe unter "Schweizerschrauber" für die LED-Einsätze fürs Rücklicht zuständig ist. Dortselbst ein solches erworben, implantiert (spart Porto und Zoll!) und Benzin geplaudert. Bin dann dem Routenvorschlag vom Jörg folgend über kurviges Geläuf zur Autobahn und bis an den Ortsrand von Genf gekommen, aber dank Navi und Müdigkeit (doch unterkoffeiniert) nicht auf die Autobahnumgehung (außen rum) sondern durch die City gefahren. Was soll man sagen: Genf am späten Freitagnachmittag, bei großer Hitze, ... Chaos.
Iwann war auch das vorbei und es gelang mir in der Tat, den Camping zu erreichen, bevor das Tor zu war.
Campingplätze in Frankreich generell: nix für absolute Hygienefanatiker. Die Sanitären Anlagen sind sehr speziell, nicht jede Toilettenbox hat eine Kloschüssel, die Kloschüsseln haben keine Brille, Klopapier selber mitbringen.
Ohkay, was machen? Keine Papiertaschentücher, kein Klopapier im Fundus, kein Laden mehr offen, am Camping auch kein Geschäft, betteln wollte ich auch nicht. Also einen sauberen Putzlappen aus der Werkezug- und Teilebox gefischt und den geopfert. Geht doch!
Am nächsten Tag zeitiger Aufbruch, weil sich die Tour de France in der Gegend rumtreibt. Ein Streckenabschnitt meiner Route und deren Tagesetappe überlagern sich. Sollte aber zeitlich klappen, weil die Karavane erst am Nachmittag da durch kommt. Trotzdem ist der Ankunftsort der Etappe gesperrt, aber da wollte ich nicht hin, weil ich zwei Pässe der Route, die nur als Sackgasse zu befahren sind, ausgeklammert habe (das Navi hat nach Import der Route von Paesse.info zumindest behauptet, dass das Sackgassen wären).
Dennoch auch auf Strecke große gelbe Hinweisschilder, dass die Straße nach Dingenskirchen (Tangines) gesperrt ist (ohne zeitliche Einschränkung am ganzen Tag). Sch...e dachte ich und dann bin ich doch einfach weiter gefahren, in der festen Annahme, kommst iwie schon da vorbei. So war es auch, man hat das Absperrmaterial liegen sehen und auch Leute mit so Bauarbeiterlaibchen sind rumgelungert, aber gesperrt war noch nix.
Also weiter im Trab, jeder Meter weg von den Pedalrittern der Doping - Tour ist Bonus!
À propos Pedalritter oder velocyclistes: das ist eine Seuche bei denen. Die Möchtegern Tour de Francer machen das gesamte Gebiet unsicher, wohl auf der Suche nach dem Besten Zuschauerplatz und um die Werbegeschenke im Vorprogramm abzugrabschen. Die Autofahrer, sonst um nix bange, machen tatsächlich ein großes Bohei wegen denen und überholen nicht, wenn sie die einsfuffzich Abstand nicht hinkriegen. Und wie allenthalben weiß der gemeine Traktorist i. d. R. nicht, wie breit seine Kalesche ist, ... Gottseidank beschleunigt die R80R ganz anständig und wenn man mal raus hat, wie's geht, ist das alles auch keine so große affaire mehr.
Ich bin also hübsch weiter meine Pässe rauf und wieder runter gefahren und am Ende des Tages gab es zum krönenden Abschluss den Col du Galibier und den Lautaret. War auch derbe Zeit für den Break, die Kreiselinstrumente im Innenohr waren kurz vor dem Tilt.
Übernachtet wurde auf dem Camping des 5 vallées nahe Briancon. Auch dort last minute check in, zu den o.g. Sanitärsachen nix hinzuzufügen, aber ein Schwimmbassin und ein Restaurant mit bleifrei Heinicken und schmackhafter Pizza sind vorhanden. Zahlung hier mit Karte, in Thonon nur bar.
Am nächsten Morgen wollte ich auch wieder beizeiten los, hatte alles aufgepackt und dann sprang die Maschine nicht an. Dass die Batterie nicht mehr die Beste ist, wusste ich, dass sie ziemlich zickig ist, nicht. Gottlob hatte ich den neu erworbenen Powerbloc mit Jumpstart-Kit an Bord. Heißt aber: Gepäck von der Sitzbank abrödeln, damit man an die Bakterie kommt. Mit dem Fremdstartding dann kein Prob und ab geht die wilde Fahrt.
Wieder über alle möglichen Hügel und Pässe, jeder ein Erlebnis für sich, andere Straßen, mal breit, mal schmal, mal gut, mal schlecht und z. T. grandiose Aussicht. Ein spätes Mittagessen in einem der potthässlichen Wintersportorte und dann die Idee: ich war vor 40 Jahren mal mit zwei Kumpels in der Nähe von St. Raphael, auch auf nem Camping, war leider geil. Warum nicht die Route verlassen (waren eh nicht mehr so viele Pässe auf dem Zettel und inzwischen viel zu viel Volk auf der Gass) und dorthin düsen, im Restaurant was aus dem großen Salzteich kredenzen lassen,abends am Strand des Campings ins Mittelmeer hüpfen (Für Monton hatte ich eh noch Nichts zum Übernachten aufm Radar, nix reserviert und so).
Also den Platz rausgegoogelt und fix angerufen. Mit meinem Französisch ist das aber so eine Sache, radebrechen, was ich will geht halbwegs, aber wenn die Gegenstelle dann Gas gibt, kommt mein Aufnahmegerät nix mehr mit. Also hin und her, bis die Dame am anderen Ende auf reinstes Hochdeutsch umschaltet, weil es dann doch einfacher ging. Die Lady war aus Deutschland und mindestens perfekt in Zweisprachig. Trotzdem, wie die Franzosen selbst auch: erstmal das Gegenüber seine paar Vokabeln abliefern lassen und sich einen abbrechen beim Versuch, zu kommunizieren. Und dann können die doch plötzlich Englisch oder Deutsch oder beides ein bisschen. Tss, Tss, Tss.
Den letzten freien (weil total kleinen) Zeltplatz klar gemacht und gleich per Handy berappt, dass mir den keine Laufkundschaft (gehen tatsächlich welche wandern bei der Affenhitze) wegschnappt.
Tatsache, die Cote d'azur ist noch azur, solange man nich so genau bis auf null hinkommt. Navi lotst weil wieder nicht aufgepasst auf kurviger Strecke einmal die Promenade von Cannes entlang (ja, die von den Filmfestspielen), zieht sich endlos. Chaotischer Verkehr, todesmutige Rollerfahrer (Vespa und sonstige, aber auch sackflinke E-Scooter, die sind gut und gerne da unten dreimal so schnell wie bei uns, der schiere Wahnsinn).
Nachdem man aber mal verinnerlicht hat, dass die gewöhnliche Straße eigentlich immer dreispurig ist, solange Du auf einem Einspurfahrzeug sitzt und alle ein bisschen mitspielen, kann man sich schon einen gewissen Vorteil verschaffen und iwann ist dann auch Cannes zu Ende. Die Küstenstraße ist klasse, aber es war so schwül, dass man meinte, das Meer ist kurz vorm Siedepunkt. Lag schon so ein Dunst drüber, dass man gar nicht weit schauen konnte.
Am Camping dann sofort raus aus den Plastikklamotten und in was kurzes luftiges. Dennoch keine Chance, nachdem das Zelt und Beiwerk aufgebaut und eingerichtet waren, war ich klatschnass. Also erstmal Trinkwasser fassen. An der dafür bezeichneten Stelle gab es Chlorbrühe, die in der Aluflasche schneller warm wurde, als das Kaffeewasser aufm Kocher.
Egal, dann mal ab ins Wasser. Das war auch schon mal klarer und net so pisswarm. Rein in die Brühe eine Runde geschwommen und gleich wieder raus, keine Abkühlung, kein Genuss und immernoch (nach 21:00 Uhr) gnadenlose Hitze. Kurz unter die Kaltdusche hat gegen die Salzlörke und auch gegen die Hitze geholfen. Letzteres immerhin für gefühlte 30 Sekunden.
Über dem Zelt saß eine Zikade in einer Akazie. Als die ihren Schnarrmotor angeworfen hatte, dachte ich erst, irgenwo ist ein Alarm ausgelöst worden.
Die Beisters machen vielleicht einen Radau, da schnallst Du ab! Gute Nachricht: wenn's dunkel wird, machen die Feierabend.
Dennoch war an Schlaf kaum zu denken, da zu heiß. Nackig wär noch zu warm angezogen gewesen, Zelt vorne und hinten aufgemacht und jedes kleine Lüftchen genossen.
Am Folgetag noch im Dunklen begonnen, das Lager abzubrechen. Alles klamm und feucht, trotz der Wärme, wie in den Tropen!
In Summe eine Schnapsidee, da hin zu fahren, teuerer Platz, bis auf die obligatorische Pizza (iwie war ich mit meiner Erinnerung betreffend die Kulinarikwohl auf dem Holzweg) und den Caffee double kurz vor Mitternacht keine Highlights, also nix wie ab durch die Mitte.
Rumgehirnt, was machen. Route Napoleon bis Grenoble und dann am nächsten Tag in die Schweiz rüber? Bei der Wärme? Und dann wieder so ein französischer Camping? Nö, ich wollte das anderst. Frag mich nicht, wie draufgekommen bin, aber in der Nähe von Lugano hatte ich mir mal einen Camping auf Favorit gelegt. Via I-netz einen Zeltplatz reserviert, den Camping als Ziel eingegeben und rechnen lassen. Wäre mit kurviger Route zeitlich nicht zu machen gewesen. Also die Sache aufgesplittet und die Berge und den Col de la Lombarde mitgenommen. Danach dann feuer Frei: italienische Autobahn. Egal, was das kostet.
Die längere Zeit (ca 5h) habe ich für den kurvigen Abschnitt der Strecke gebraucht, die mich zum Teil meinen Weg vom Vortag wieder retour geführt hat. Der Lombardei-Pass hat es dann aber echt rausgerissen: auf der französischen Seite bis zum Wintersportort Isola 2000 ist die Straße gut ausgebaut, wenig befahren und sehr kurvenreich. Dann geht es auf schmalem aber gutem Teer über den Pass. Auf der Italienischen Seite ein ganz anderes Bild: eineinhalbspurig und z. T. in lausigem Zustand, dafür in wirklich beeindruckender Kulisse. Später wird das Geläuf ein wenig breiter, dafür mit Omnibussen im Gegenverkehr aber nicht so viel anderes Volk.
Gut, die Fahrt über die Autostrade ist nicht weiter berauschend. Nach der letzten Bezahlstelle vor dem Ziel ein fetzen Stau auf allen 4 oder 6 Spuren, natürlich nirgendswo auf den Hinweistafeln angekündigt. Eine Weile ging es noch mit Vordrängeln, dann war wg. einer Baustelle aber verengte Spur und Schluss mit lustig. Ich habe irgendwann die schwarzen Handschuhe runter, weil die heiß geworden sind, dann die Jacke ganz geöffnet, den Helm aufgeklappt und wäre doch fast in der Hitze verreckt. Das letzte lauwarme Chlorwasser aus St. Raphael hat auch nichts zur Abkühlung beigetragen. Iwie ging es dann doch weiter und ich war in der Schweiz auf nem Campingplatz. Oh was ein Segen: sauberes Sanitärhäuschen, Klo mit Brille und Klopapier, eine herrliche Dusche und ! wohlschmeckendes ! Wasser in rauen Mengen. Sogar Strom zum Laden der div. elektrischen Helferlein, obwohl nicht bestellt.
Da die dortige Pizzeria (wieso immer Pizza am Camping?) montags zu hat, gab es Tütensuppe. Minestrone von Knorr, in Frankreich gekauft, in der Schweiz auf dem Gaskocherchen zubereitet, nie hat Tütensuppe so gut gemundet. Im Ernst - kein Sonnenstich.
Abschließend habe ich mich überfallartig noch bei Andreas in Sterzin angemeldet. Also wieder das Calimoto angeworfen und siehe da, die Route führt über das Stilfser Joch. Endlich ein Grund, da mal drüberzufahren, ohne extra einen Umweg planen zu müssen. Ja wenn das so ist, ...
Das Stilfser Joch, ja mei, legendenumrankter Gral der Passfahrerei, ... Ach papperlapapp. Es ist ein bisschen Steiler, die Kurven so eng, dass man gar nicht erst probieren muss, einen Rhytmus finden zu wollen und na ja, Velos, Autos, zum Glück nur zwei Wanderdünen (WoMo). An der Passhöhe ein Auflauf, dass man meint, da muss was umsonst geben, also durch und weiter. Platz fürs Motorrad hätte es eh keinen gegeben.
Bei der Abfahrt auf der italienischen Rampe dann vor mir ein grüner Omnibus. Linie. Der Stoffel lässt natürlich freiwillig keinen vorbei. Gottseidank muss aber auch dieser Gemütsmensch mal anhalten, damit er keinen Radfahrer unter seine Räder bringt. Die Wackekandidaten, mit Klickpedalen auf Gedeih und Verderb am Carbonrennrad angeklippt mühen sich, der Ohnmacht nahe, die Steigung rauf. Elegant geht anders, da zählt nur noch, nicht anhalten müsen, weil das geht schief.
Also der Bus muss halten, ich peile das Stück bis zur Kehre, reicht wenn man es ausreizt. Ein Radfahrer aber gefühlt Platz ohne Ende.
Also bergab Hüa Luzi, gib alles und im letzten Moment wie Kamikaze auf den Rennradler zu, einen Haken geschlagen und relativ elegant durch die Kehre.
Danach Ähnliches weiter unten mit so einem Terroristen im Wohnmobil, der nicht fahren konnte.
Weiteres Highlight: vor mir eine Multilala, doppelsitzig, alles schniegelnagelneu (vllt auch die Lady auf dem Notsitz). Die Lalla bellt aus dem Auspuff, als ober der mit Chinaböller statt Sprit läuft, der Pilot hat offenbar Mühe, die teuren Investitionen heil ums Eck zu bringen. Ein Gewackel und Rumgeeier.
Dann muss er auch noch vor der Tornate die Pkw verblasen, schneidet total falsch an und steht dann eingekeilt zwischen einem Auto talwärts und dem Gegenverkehr. Schade, dass er nicht aufs Maul gefallen ist.
Bei nächster Gelegenheit hat er mir gehört. Ich mein, ich hab nix gegen Leute, die sich was geiles kaufen können, wenn sie denn in der Lage sind, auch damit umzugehen und nicht einfach die Kreditkarte hinwerfen und sagen: ey Meister, nehm ich, alles mit scharf, einpacken.
Und warum ein neues Motorrad derartig aus dem Auspuff ballern muss (im Schiebebetrieb etwas oberhalb von Schrittgeschwindigkeit!) ist mir ein Rätsel.
Ich meine, mein Blue Thunder bellt auch, wahrscheints ein Löchlein zuviel und etwas zu mager? Aber da sind auch schon dreißig Lenze vergangen und mittlerweile beinahe 60.000 km. Meine Q darf das! Die Lalla? Muss das, wohl Schniedelprotese?
Egal, Stilfser Joch habe ich abgehakt, wenn ein Weg von A nach B darüber führt, fahre ich es wieder, ansonsten nur aus touristischen Gründen nicht.
Danach kommt das Vinschgau - zum Abgewöhnen, Meran (zu voll) und der Jaufenpass, den kenn ich mittlerweile schon ein bisschen besser. Wollte eigentlich droben Koffeein ergänzen, habe mich angesichts Wetter aber entschlossen, auch hier nicht zu halten. War gut so. In Sterzing die Q getankt und dann zum Andreas auf die Alm. Eine halbe Stunde später Gewitter mit Hagel 1cm Ø mindestens. Blitz, Donner und Stromausfall in einer Sekunde, wir saßen gut aufgehoben in der Garage (die ist ziemlich neu und in den Hang betoniert).
Heute dann wieder Fremdstart, die anderen Tage war nix mit der Batterie, tadellos auf Knopfdruck angesprungen. Dann die obligatorische Runde zur Heimfahrt: Sterzing, Jaufenpass, Timmelsjoch, Hahntennjoch, Tannheimer Tal und schließlich über die Bundesstraße und Augsburg nach Hause.
Timmelsjoch in ganz anständigem Regen, hat was, wenn man gut eingepackt ist. Lästiger böiger Wind und kurz vor zuhause noch mal eine Gewitterzelle, die ich aber auf der trockenen Seite umrunden konnte.
Fazit: die R80R ist ein schönes, gut fahrbahres Motorrad mit einem sahnigen Motor. Bremse vorn gut dosierbar und kräftig (wenn's drauf ankommt quietscht der Reifen, vorne wohlgemerkt), hinten muss ich mal bei, könnte mehr kommen. Trotz Gepäck bis über die Toppen gut händelbar, nur ganz enge langsame Kurven werden schwierig wg. Gewicht, Gewichtsverteilung und kleinen Rädern (hinten 17'', vorne 18''). Trotzdem bin ich total verknallt in die Karre (na ja, weils halt neu ist und weil ich die letzten Tage von früh bis spät draufgesessen bin). Geb ich freiwillig nimmer her!
Die Tour des grandes Alpes kann man, muss man aber nicht, in zwei Tagen runter gondeln, ohne dass man rasen müsste wie ein Irrer. Anhalten zwecks Kulinarik, Suchtbefriedigung oder Insta, ist dann natürlich gestrichen. Lange Tage im Sattel, Cowboy, das ist die Devise. Wer das nicht kann oder will, sollte sich das in kleineren Portionen reinziehen. Gelegenheiten, rechts und links des Weges etwas zu unternehmen, gibt es sich en masse.
Camping ging gut, mit den erwähnten Einschränkungen. Zimmer ambulant buchen zu wollen, halte ich für riskanter, kann funzen, muss nicht und hilft vor allem auch nix gegen die Temperaturen. Ist vllt dann im Zelt bei Durchzug sogar angenehmer.
Zahlen mit Karte so gut wie überall. Man sollte sowohl die Debit- (Bank-) Karte als auch eine Kreditkarte (Visa, Master Card) mitführen, das erleichtert vieles und in jeder Kneipe kann man so berappen.
Soweit mal mein Bericht. Bilder hab ich keine gemacht, hätte ich ja sonst für anhalten müssen. Und Deppenzepter vorn und hinten am Motorrad und die dritte Live-Cam dann am Helm: Herrschaften, bitte, mit mir nicht. Ich hab mich fasst eingenässt, als ich die fahrenden Insta-Porno-Produzenten gesehen habe.
Noch besser die handyfilmende Sozia, die nach rechts schwenkend filmt, während der Pilot linksrum abwinkeln will. Wäre beinahe schief gelaufen.
So far so good
Greetz
Dirk
ich hab es tatsächlich getan, bin am vergangenen Freitagfrüh hier in Mittelfranken losgedüst, mir die Route des Grandes Alpes unter die Räder zu klemmen und per Landstraße zunächst bis Basel gerollt. Eingedenk Rainers Ermahnung bin ich mit der R80R gefahren. Vorneweg: ohne Murren und Knurren ist die Maschine gelaufen, ein Traum!
Also bis Basel mehr oder minder Landstraßen (einstellung Schnell, ohne Autobahn) ein Stück Schwarzwald mitgenommen, dann in der Schweiz Dosenbahn, weil sonst das Pensum bis nach Thonon les Baines nicht mehr während der Öffnungszeiten des Camping du Lac noir zu schaffen gewesen wäre. Ein Abstecher zu Jörg Hau, der in der Nachbarkneipe unter "Schweizerschrauber" für die LED-Einsätze fürs Rücklicht zuständig ist. Dortselbst ein solches erworben, implantiert (spart Porto und Zoll!) und Benzin geplaudert. Bin dann dem Routenvorschlag vom Jörg folgend über kurviges Geläuf zur Autobahn und bis an den Ortsrand von Genf gekommen, aber dank Navi und Müdigkeit (doch unterkoffeiniert) nicht auf die Autobahnumgehung (außen rum) sondern durch die City gefahren. Was soll man sagen: Genf am späten Freitagnachmittag, bei großer Hitze, ... Chaos.
Iwann war auch das vorbei und es gelang mir in der Tat, den Camping zu erreichen, bevor das Tor zu war.
Campingplätze in Frankreich generell: nix für absolute Hygienefanatiker. Die Sanitären Anlagen sind sehr speziell, nicht jede Toilettenbox hat eine Kloschüssel, die Kloschüsseln haben keine Brille, Klopapier selber mitbringen.
Ohkay, was machen? Keine Papiertaschentücher, kein Klopapier im Fundus, kein Laden mehr offen, am Camping auch kein Geschäft, betteln wollte ich auch nicht. Also einen sauberen Putzlappen aus der Werkezug- und Teilebox gefischt und den geopfert. Geht doch!
Am nächsten Tag zeitiger Aufbruch, weil sich die Tour de France in der Gegend rumtreibt. Ein Streckenabschnitt meiner Route und deren Tagesetappe überlagern sich. Sollte aber zeitlich klappen, weil die Karavane erst am Nachmittag da durch kommt. Trotzdem ist der Ankunftsort der Etappe gesperrt, aber da wollte ich nicht hin, weil ich zwei Pässe der Route, die nur als Sackgasse zu befahren sind, ausgeklammert habe (das Navi hat nach Import der Route von Paesse.info zumindest behauptet, dass das Sackgassen wären).
Dennoch auch auf Strecke große gelbe Hinweisschilder, dass die Straße nach Dingenskirchen (Tangines) gesperrt ist (ohne zeitliche Einschränkung am ganzen Tag). Sch...e dachte ich und dann bin ich doch einfach weiter gefahren, in der festen Annahme, kommst iwie schon da vorbei. So war es auch, man hat das Absperrmaterial liegen sehen und auch Leute mit so Bauarbeiterlaibchen sind rumgelungert, aber gesperrt war noch nix.
Also weiter im Trab, jeder Meter weg von den Pedalrittern der Doping - Tour ist Bonus!
À propos Pedalritter oder velocyclistes: das ist eine Seuche bei denen. Die Möchtegern Tour de Francer machen das gesamte Gebiet unsicher, wohl auf der Suche nach dem Besten Zuschauerplatz und um die Werbegeschenke im Vorprogramm abzugrabschen. Die Autofahrer, sonst um nix bange, machen tatsächlich ein großes Bohei wegen denen und überholen nicht, wenn sie die einsfuffzich Abstand nicht hinkriegen. Und wie allenthalben weiß der gemeine Traktorist i. d. R. nicht, wie breit seine Kalesche ist, ... Gottseidank beschleunigt die R80R ganz anständig und wenn man mal raus hat, wie's geht, ist das alles auch keine so große affaire mehr.
Ich bin also hübsch weiter meine Pässe rauf und wieder runter gefahren und am Ende des Tages gab es zum krönenden Abschluss den Col du Galibier und den Lautaret. War auch derbe Zeit für den Break, die Kreiselinstrumente im Innenohr waren kurz vor dem Tilt.
Übernachtet wurde auf dem Camping des 5 vallées nahe Briancon. Auch dort last minute check in, zu den o.g. Sanitärsachen nix hinzuzufügen, aber ein Schwimmbassin und ein Restaurant mit bleifrei Heinicken und schmackhafter Pizza sind vorhanden. Zahlung hier mit Karte, in Thonon nur bar.
Am nächsten Morgen wollte ich auch wieder beizeiten los, hatte alles aufgepackt und dann sprang die Maschine nicht an. Dass die Batterie nicht mehr die Beste ist, wusste ich, dass sie ziemlich zickig ist, nicht. Gottlob hatte ich den neu erworbenen Powerbloc mit Jumpstart-Kit an Bord. Heißt aber: Gepäck von der Sitzbank abrödeln, damit man an die Bakterie kommt. Mit dem Fremdstartding dann kein Prob und ab geht die wilde Fahrt.
Wieder über alle möglichen Hügel und Pässe, jeder ein Erlebnis für sich, andere Straßen, mal breit, mal schmal, mal gut, mal schlecht und z. T. grandiose Aussicht. Ein spätes Mittagessen in einem der potthässlichen Wintersportorte und dann die Idee: ich war vor 40 Jahren mal mit zwei Kumpels in der Nähe von St. Raphael, auch auf nem Camping, war leider geil. Warum nicht die Route verlassen (waren eh nicht mehr so viele Pässe auf dem Zettel und inzwischen viel zu viel Volk auf der Gass) und dorthin düsen, im Restaurant was aus dem großen Salzteich kredenzen lassen,abends am Strand des Campings ins Mittelmeer hüpfen (Für Monton hatte ich eh noch Nichts zum Übernachten aufm Radar, nix reserviert und so).
Also den Platz rausgegoogelt und fix angerufen. Mit meinem Französisch ist das aber so eine Sache, radebrechen, was ich will geht halbwegs, aber wenn die Gegenstelle dann Gas gibt, kommt mein Aufnahmegerät nix mehr mit. Also hin und her, bis die Dame am anderen Ende auf reinstes Hochdeutsch umschaltet, weil es dann doch einfacher ging. Die Lady war aus Deutschland und mindestens perfekt in Zweisprachig. Trotzdem, wie die Franzosen selbst auch: erstmal das Gegenüber seine paar Vokabeln abliefern lassen und sich einen abbrechen beim Versuch, zu kommunizieren. Und dann können die doch plötzlich Englisch oder Deutsch oder beides ein bisschen. Tss, Tss, Tss.
Den letzten freien (weil total kleinen) Zeltplatz klar gemacht und gleich per Handy berappt, dass mir den keine Laufkundschaft (gehen tatsächlich welche wandern bei der Affenhitze) wegschnappt.
Tatsache, die Cote d'azur ist noch azur, solange man nich so genau bis auf null hinkommt. Navi lotst weil wieder nicht aufgepasst auf kurviger Strecke einmal die Promenade von Cannes entlang (ja, die von den Filmfestspielen), zieht sich endlos. Chaotischer Verkehr, todesmutige Rollerfahrer (Vespa und sonstige, aber auch sackflinke E-Scooter, die sind gut und gerne da unten dreimal so schnell wie bei uns, der schiere Wahnsinn).
Nachdem man aber mal verinnerlicht hat, dass die gewöhnliche Straße eigentlich immer dreispurig ist, solange Du auf einem Einspurfahrzeug sitzt und alle ein bisschen mitspielen, kann man sich schon einen gewissen Vorteil verschaffen und iwann ist dann auch Cannes zu Ende. Die Küstenstraße ist klasse, aber es war so schwül, dass man meinte, das Meer ist kurz vorm Siedepunkt. Lag schon so ein Dunst drüber, dass man gar nicht weit schauen konnte.
Am Camping dann sofort raus aus den Plastikklamotten und in was kurzes luftiges. Dennoch keine Chance, nachdem das Zelt und Beiwerk aufgebaut und eingerichtet waren, war ich klatschnass. Also erstmal Trinkwasser fassen. An der dafür bezeichneten Stelle gab es Chlorbrühe, die in der Aluflasche schneller warm wurde, als das Kaffeewasser aufm Kocher.
Egal, dann mal ab ins Wasser. Das war auch schon mal klarer und net so pisswarm. Rein in die Brühe eine Runde geschwommen und gleich wieder raus, keine Abkühlung, kein Genuss und immernoch (nach 21:00 Uhr) gnadenlose Hitze. Kurz unter die Kaltdusche hat gegen die Salzlörke und auch gegen die Hitze geholfen. Letzteres immerhin für gefühlte 30 Sekunden.
Über dem Zelt saß eine Zikade in einer Akazie. Als die ihren Schnarrmotor angeworfen hatte, dachte ich erst, irgenwo ist ein Alarm ausgelöst worden.
Die Beisters machen vielleicht einen Radau, da schnallst Du ab! Gute Nachricht: wenn's dunkel wird, machen die Feierabend.
Dennoch war an Schlaf kaum zu denken, da zu heiß. Nackig wär noch zu warm angezogen gewesen, Zelt vorne und hinten aufgemacht und jedes kleine Lüftchen genossen.
Am Folgetag noch im Dunklen begonnen, das Lager abzubrechen. Alles klamm und feucht, trotz der Wärme, wie in den Tropen!
In Summe eine Schnapsidee, da hin zu fahren, teuerer Platz, bis auf die obligatorische Pizza (iwie war ich mit meiner Erinnerung betreffend die Kulinarikwohl auf dem Holzweg) und den Caffee double kurz vor Mitternacht keine Highlights, also nix wie ab durch die Mitte.
Rumgehirnt, was machen. Route Napoleon bis Grenoble und dann am nächsten Tag in die Schweiz rüber? Bei der Wärme? Und dann wieder so ein französischer Camping? Nö, ich wollte das anderst. Frag mich nicht, wie draufgekommen bin, aber in der Nähe von Lugano hatte ich mir mal einen Camping auf Favorit gelegt. Via I-netz einen Zeltplatz reserviert, den Camping als Ziel eingegeben und rechnen lassen. Wäre mit kurviger Route zeitlich nicht zu machen gewesen. Also die Sache aufgesplittet und die Berge und den Col de la Lombarde mitgenommen. Danach dann feuer Frei: italienische Autobahn. Egal, was das kostet.
Die längere Zeit (ca 5h) habe ich für den kurvigen Abschnitt der Strecke gebraucht, die mich zum Teil meinen Weg vom Vortag wieder retour geführt hat. Der Lombardei-Pass hat es dann aber echt rausgerissen: auf der französischen Seite bis zum Wintersportort Isola 2000 ist die Straße gut ausgebaut, wenig befahren und sehr kurvenreich. Dann geht es auf schmalem aber gutem Teer über den Pass. Auf der Italienischen Seite ein ganz anderes Bild: eineinhalbspurig und z. T. in lausigem Zustand, dafür in wirklich beeindruckender Kulisse. Später wird das Geläuf ein wenig breiter, dafür mit Omnibussen im Gegenverkehr aber nicht so viel anderes Volk.
Gut, die Fahrt über die Autostrade ist nicht weiter berauschend. Nach der letzten Bezahlstelle vor dem Ziel ein fetzen Stau auf allen 4 oder 6 Spuren, natürlich nirgendswo auf den Hinweistafeln angekündigt. Eine Weile ging es noch mit Vordrängeln, dann war wg. einer Baustelle aber verengte Spur und Schluss mit lustig. Ich habe irgendwann die schwarzen Handschuhe runter, weil die heiß geworden sind, dann die Jacke ganz geöffnet, den Helm aufgeklappt und wäre doch fast in der Hitze verreckt. Das letzte lauwarme Chlorwasser aus St. Raphael hat auch nichts zur Abkühlung beigetragen. Iwie ging es dann doch weiter und ich war in der Schweiz auf nem Campingplatz. Oh was ein Segen: sauberes Sanitärhäuschen, Klo mit Brille und Klopapier, eine herrliche Dusche und ! wohlschmeckendes ! Wasser in rauen Mengen. Sogar Strom zum Laden der div. elektrischen Helferlein, obwohl nicht bestellt.
Da die dortige Pizzeria (wieso immer Pizza am Camping?) montags zu hat, gab es Tütensuppe. Minestrone von Knorr, in Frankreich gekauft, in der Schweiz auf dem Gaskocherchen zubereitet, nie hat Tütensuppe so gut gemundet. Im Ernst - kein Sonnenstich.
Abschließend habe ich mich überfallartig noch bei Andreas in Sterzin angemeldet. Also wieder das Calimoto angeworfen und siehe da, die Route führt über das Stilfser Joch. Endlich ein Grund, da mal drüberzufahren, ohne extra einen Umweg planen zu müssen. Ja wenn das so ist, ...
Das Stilfser Joch, ja mei, legendenumrankter Gral der Passfahrerei, ... Ach papperlapapp. Es ist ein bisschen Steiler, die Kurven so eng, dass man gar nicht erst probieren muss, einen Rhytmus finden zu wollen und na ja, Velos, Autos, zum Glück nur zwei Wanderdünen (WoMo). An der Passhöhe ein Auflauf, dass man meint, da muss was umsonst geben, also durch und weiter. Platz fürs Motorrad hätte es eh keinen gegeben.
Bei der Abfahrt auf der italienischen Rampe dann vor mir ein grüner Omnibus. Linie. Der Stoffel lässt natürlich freiwillig keinen vorbei. Gottseidank muss aber auch dieser Gemütsmensch mal anhalten, damit er keinen Radfahrer unter seine Räder bringt. Die Wackekandidaten, mit Klickpedalen auf Gedeih und Verderb am Carbonrennrad angeklippt mühen sich, der Ohnmacht nahe, die Steigung rauf. Elegant geht anders, da zählt nur noch, nicht anhalten müsen, weil das geht schief.
Also der Bus muss halten, ich peile das Stück bis zur Kehre, reicht wenn man es ausreizt. Ein Radfahrer aber gefühlt Platz ohne Ende.
Also bergab Hüa Luzi, gib alles und im letzten Moment wie Kamikaze auf den Rennradler zu, einen Haken geschlagen und relativ elegant durch die Kehre.
Danach Ähnliches weiter unten mit so einem Terroristen im Wohnmobil, der nicht fahren konnte.
Weiteres Highlight: vor mir eine Multilala, doppelsitzig, alles schniegelnagelneu (vllt auch die Lady auf dem Notsitz). Die Lalla bellt aus dem Auspuff, als ober der mit Chinaböller statt Sprit läuft, der Pilot hat offenbar Mühe, die teuren Investitionen heil ums Eck zu bringen. Ein Gewackel und Rumgeeier.
Dann muss er auch noch vor der Tornate die Pkw verblasen, schneidet total falsch an und steht dann eingekeilt zwischen einem Auto talwärts und dem Gegenverkehr. Schade, dass er nicht aufs Maul gefallen ist.
Bei nächster Gelegenheit hat er mir gehört. Ich mein, ich hab nix gegen Leute, die sich was geiles kaufen können, wenn sie denn in der Lage sind, auch damit umzugehen und nicht einfach die Kreditkarte hinwerfen und sagen: ey Meister, nehm ich, alles mit scharf, einpacken.
Und warum ein neues Motorrad derartig aus dem Auspuff ballern muss (im Schiebebetrieb etwas oberhalb von Schrittgeschwindigkeit!) ist mir ein Rätsel.
Ich meine, mein Blue Thunder bellt auch, wahrscheints ein Löchlein zuviel und etwas zu mager? Aber da sind auch schon dreißig Lenze vergangen und mittlerweile beinahe 60.000 km. Meine Q darf das! Die Lalla? Muss das, wohl Schniedelprotese?
Egal, Stilfser Joch habe ich abgehakt, wenn ein Weg von A nach B darüber führt, fahre ich es wieder, ansonsten nur aus touristischen Gründen nicht.
Danach kommt das Vinschgau - zum Abgewöhnen, Meran (zu voll) und der Jaufenpass, den kenn ich mittlerweile schon ein bisschen besser. Wollte eigentlich droben Koffeein ergänzen, habe mich angesichts Wetter aber entschlossen, auch hier nicht zu halten. War gut so. In Sterzing die Q getankt und dann zum Andreas auf die Alm. Eine halbe Stunde später Gewitter mit Hagel 1cm Ø mindestens. Blitz, Donner und Stromausfall in einer Sekunde, wir saßen gut aufgehoben in der Garage (die ist ziemlich neu und in den Hang betoniert).
Heute dann wieder Fremdstart, die anderen Tage war nix mit der Batterie, tadellos auf Knopfdruck angesprungen. Dann die obligatorische Runde zur Heimfahrt: Sterzing, Jaufenpass, Timmelsjoch, Hahntennjoch, Tannheimer Tal und schließlich über die Bundesstraße und Augsburg nach Hause.
Timmelsjoch in ganz anständigem Regen, hat was, wenn man gut eingepackt ist. Lästiger böiger Wind und kurz vor zuhause noch mal eine Gewitterzelle, die ich aber auf der trockenen Seite umrunden konnte.
Fazit: die R80R ist ein schönes, gut fahrbahres Motorrad mit einem sahnigen Motor. Bremse vorn gut dosierbar und kräftig (wenn's drauf ankommt quietscht der Reifen, vorne wohlgemerkt), hinten muss ich mal bei, könnte mehr kommen. Trotz Gepäck bis über die Toppen gut händelbar, nur ganz enge langsame Kurven werden schwierig wg. Gewicht, Gewichtsverteilung und kleinen Rädern (hinten 17'', vorne 18''). Trotzdem bin ich total verknallt in die Karre (na ja, weils halt neu ist und weil ich die letzten Tage von früh bis spät draufgesessen bin). Geb ich freiwillig nimmer her!
Die Tour des grandes Alpes kann man, muss man aber nicht, in zwei Tagen runter gondeln, ohne dass man rasen müsste wie ein Irrer. Anhalten zwecks Kulinarik, Suchtbefriedigung oder Insta, ist dann natürlich gestrichen. Lange Tage im Sattel, Cowboy, das ist die Devise. Wer das nicht kann oder will, sollte sich das in kleineren Portionen reinziehen. Gelegenheiten, rechts und links des Weges etwas zu unternehmen, gibt es sich en masse.
Camping ging gut, mit den erwähnten Einschränkungen. Zimmer ambulant buchen zu wollen, halte ich für riskanter, kann funzen, muss nicht und hilft vor allem auch nix gegen die Temperaturen. Ist vllt dann im Zelt bei Durchzug sogar angenehmer.
Zahlen mit Karte so gut wie überall. Man sollte sowohl die Debit- (Bank-) Karte als auch eine Kreditkarte (Visa, Master Card) mitführen, das erleichtert vieles und in jeder Kneipe kann man so berappen.
Soweit mal mein Bericht. Bilder hab ich keine gemacht, hätte ich ja sonst für anhalten müssen. Und Deppenzepter vorn und hinten am Motorrad und die dritte Live-Cam dann am Helm: Herrschaften, bitte, mit mir nicht. Ich hab mich fasst eingenässt, als ich die fahrenden Insta-Porno-Produzenten gesehen habe.
Noch besser die handyfilmende Sozia, die nach rechts schwenkend filmt, während der Pilot linksrum abwinkeln will. Wäre beinahe schief gelaufen.
So far so good
Greetz
Dirk