R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Hier könnt Ihr Fragen zu Umbauten und zu anderen Herstellern stellen und natürlich Eure Werke vorstellen.

Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 15.08.2016 14:34

Hallo Frank,
die Schrauben sind schon seit knapp 4 Wochen in 10.9 er Schrauben ausgetauscht.
Du bist ein aufmerksamer Bursche, aber ich mache das nicht zum ersten mal. :rolleyes:

Orignaltext der email für meine Umbaumaßnahme zur TÜV-Durchsprache am 14.07.2016:
Der Heckrahmen muss bei der eigentlichen TÜV-Abnahme im Frühjahr 2017 noch mit Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 befestigt werden.

Übrigens, das betrifft nur die 8mm Schrauben der Heckrahmenbefestigung.
Die 2 Senkkopfschrauben A70 in 8mm und 10mm halten definitiv mehr aus als die eine 10.9er Sechskantschraube.
Die obere Heckrahmenbefestigung ist übrigens original eine 10.9er Inbus-Senkkopfschraube.
Zuletzt geändert von MAWO am 20.08.2016 16:25, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß aus Mainfranken

Matthias
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon FrankR80GS » 15.08.2016 16:01

MAWO hat geschrieben:Hallo Frank,
die Schrauben sind schon seit knapp 4 Wochen in 10.9 er Schrauben ausgetauscht.
Du bist ein aufmerksamer Bursche, aber ich mache das nicht zum ersten mal. :rolleyes:

Orignaltext der email für meine Umbaumaßnahme zur TÜV-Durchsprache am 14.07.2016:
Der Heckrahmen muss bei der eigentlichen TÜV-Abnahme im Frühjahr 2017 noch mit Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 befestigt werden.

Übrigens, das betrifft nur die 8mm Schrauben der Heckrahmenbefestigung.
Die 2 Senkkopfschrauben A70 in 8mm und 10mm halten definitiv mehr aus als die eine 10.9er Sechskantschraube.
Die obere Heckrahmenbefestigung ist übrigens original eine 10.9er Inbus-Senkkopfschraube.


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Hallo Matthias, aus beruflicher Erfahrung kenne ich viel Elend, das wohlmeinende Schlosser durch Verwendung von A70/80 Schrauben verursacht haben. Meist ist es Kontaktkorrosion, die in unzugänglichen Ecken wütet, bis die Schraube rausfällt.

Statisch mögen die zwei austenitischen Schrauben schon mehr halten als eine normale, aber die Dauerschwingfestigkeit ist einfach geringer bzw nicht gegeben und ordentlich vorspannen lassen sie sich auch nicht. Ohne Vorspannung trägt auch die dickste Schraube nicht.

Ist die Platte vielleicht auch aus rostfreiem Gelumpe?

/Frank
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 15.08.2016 18:11

Servus Frank,

ich weiß gar nicht was ihr gegen Edelstahl habt.
Seit über 20 Jahren arbeite ich damit. Meine Edelstahlschrauben hatten nie Kontaktkorrosion.
Auch bei Gewinde Edelstahl / Alu - ich hatte nie Probleme - Es mag auch sein, dass es daran liegt, dass meine Mopeds immer in der Garage stehen.
Bis auf eine Charge Schrauben aus dem Internet gab es nie Probleme mit dem Fressen in den Gewindegängen.
Da konnte man wirklich die Schrauben nicht richtig anziehen.

Ich denke Qualität zahlt sich auch bei Edelstahlschrauben aus!

Der Adapter, ich nenne ihn mal so, ist aus Konstruktionsstahl er wird auch Baustahl oder neuerdings "S 235 JR" genannt. Ich höre schon den Aufschrei - der nimmt Baustahl!!!!!!

Ja, das ist das Material aus dem alle unsere Heckrahmen sind.
Es ist elastisch, lässt sich gut Formen und Schweissen.
Ich habe mich vorher, schon bei der Monolever, damit richtig befasst.

Und im Übrigen gibt es "rostfreies Gelumpe" welches wesentlich besser dafür geeignet wäre, aber es ist zu teuer und man bekommt es auch schlecht in kleinen Mengen.

Wir haben ganz andere originale Probleme an den Originalteilen.

Auspuffgewinde / Sternmutter, Lagerung des Getriebes, Sollbruchstelle am Rahmenausleger für die Soziusfußrasten, der Stift des Grauens (Kurbelwellenlager vorne), die wunderbaren Getriebefedern .............

Am 14.07.16 war ich mit dem funktionsfähigen Motorrad beim TÜV-Süd.
Zwei Prüfer haben die Teile begutachtet.
Aussage: Da werden wir uns einig.
Mein Aufgabenstellung war nur noch eine Kennzeichnung mit 3mm Schlagzahlen, wegen der Scheerwirkung, zu auszuführen. Weiteres wird das Frühjahr 2017 zeigen, aber ich bin guter Dinge.

Morgen geht es dann weiter mit der Sitzbank.
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Zuletzt geändert von MAWO am 20.08.2016 16:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon FrankR80GS » 15.08.2016 18:52

MAWO hat geschrieben:....ich weiß gar nicht was ihr gegen Edelstahl habt. Seit über 20 Jahren arbeite ich damit. Meine Edelstahlschrauben hatten nie Kontaktkorrosion.
....
Der Adapter, ich nenne ihn mal so, ist aus Konstruktionsstahl er wird auch Baustahl oder neuerdings "S 235 JR" genannt. Ich höre schon den Aufschrei - der nimmt Baustahl!!!!!!
....
Ja, das ist das Material aus dem alle unsere Heckrahmen sind.
Es ist elastisch, lässt sich gut Formen und Schweissen.
Ich habe mich vorher, schon bei der Monolever, damit richtig befasst.

Gruß
Matthias


Hallo Matthias, ich bin Chemiker und arbeite in der Stahlindustrie, daher meine Bedenken hinsichtlich Verbindungen von rostfrei mit anderen Metallen. Kontaktkorrosion zeigen immer die mit Edelstahlschrauben verbundenen Normalstahlteile. Wahrscheinlich hattest Du noch keine Probleme, weil deine Fahrzeuge wenig Wasser sehen, bzw. nur immer kurzzeitig. Ich kann Dir versichern, dass die Kontaktkorrosion kein theoretisches Hirngespinst ist.
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 16.08.2016 07:18

Guten Morgen Frank,
als Elektrotechniker ist mir die elektrochemische Spannungsreihe auch kein Fremdwort.
Ich muß aber auch immer wieder erleben, dass selbst die Industrie sich nicht daran hält.
Beispiel:
Meine Wärmepumpe hat eine Abtauwanne aus Alu, die das Kondensat (ursprüngl. gefroren) auffängt.
Damit dieses Kondensat auch bei Minustemperaturen ablaufen kann, liegt eine Heizschleife aus Kupferrohr darin.
???????
Wie ich das sah, dachte ich in einem Jahr hab´ ich Schrott. Das ist jetzt 16 Jahre her.

Die Sitzbank:

Nix mehr passt mehr!
Lange Gabel, der Tank zurück und höher gesetzt, das Rahmenheck höher gesetzt - wo und wie soll nun die Sitzbank montiert werden? Es bleibt nichts anderes übrig wie das Dingens selber zu bauen!
Von der Monolever hatte ich noch die Sitzbank (da war das im Prinzip ja genauso)
Das Blechunterteil habe ich gekürzt und meiner gewünschten Form angepasst. Die Sitzbank wird eine Einzelsitzbank, weil ich der pers. Meinung bin, dass auf einer Enduro eine 2er Sitzbank nicht gut aussieht.
Bei einer BMW ganz besonders, weil das Motorrad an sich schon so lang ist.
Beim Schaumstoffkern verhielt es sich ähnlich. Mit Hilfe meiner Bandsäge und dem Einhandwinkelschleifer musste ich das Polster in Form bringen. Das war eine riesen Sauerei!
Nach dem Pulverbeschichten der Sitzwanne wurde der Polsterkern eingeklebt.
Danach habe ich beides mit Polsterwatte überklebt, damit die feinen unebenheiten ausgeglichen werden.
Um Ostern herum, ging es dann an die anstrengenste Arbeit - das überziehen mit Kunstleder.
Eine Nähmaschine die Kunstleder vernähen kann hat meine Frau nicht. Wenn man das Überziehen faltenfrei fertig bringen will, geht das nur mit Fön und viel Kraft.
Befestigt wird das Kunstleder mit Kraftkleber und Metallspangen, die mit Blindnieten befestigt wurden.
Nachdem ich fertig war, haben mir die Handgelenke ganz schön weh getan.
Die Sitzbank ist nicht von einem Sattler, aber ich bin der Meinung, dass es gar nicht so schlecht wurde.
Uuuunnd selbstgemacht!
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon FrankR80GS » 16.08.2016 07:37

MAWO hat geschrieben:Guten Morgen Frank,
als Elektrotechniker ist mir die elektrochemische Spannungsreihe auch kein Fremdwort.
Ich muß aber auch immer wieder erleben, dass selbst die Industrie sich nicht daran hält.
Beispiel:
Meine Wärmepumpe hat eine Abtauwanne aus Alu, die das Kondensat (ursprüngl. gefroren) auffängt.
Damit dieses Kondensat auch bei Minustemperaturen ablaufen kann, liegt eine Heizschleife aus Kupferrohr darin.
???????
Wie ich das sah, dachte ich in einem Jahr hab´ ich Schrott. Das ist jetzt 16 Jahre her.
...


Kennen und verstehen sind zweierlei ;-)

1.) Aluminium hat ein extreme Neigung sich durch Passivierung der Oberfläche selbst zu schützen. Das wird beim Eloxieren ausgenutzt und schafft sehr reaktionsträge Oberflächen.
2.) Kondensat hat nahezu keine ionische Leitfähigkeit

Für Elektriker: Widerstand im Megaohmbereich, Potential sehr klein = geringer Korrosionsstrom :-D

Deshalb passiert nichts. Gib ein paar Tropfen Ammoniak rein, und Du kannst zusehen - es sei denn, die Wanne ist eloxiert.
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 16.08.2016 08:14

Hallo Frank,
ich werde mich nicht mit/gegen einem Chemiker einlassen.
Nur soviel für Chemiker die in Laboren arbeiten: Theorie und Praxis sind zweierlei!
Kondensat ist zwar annähernd destilliertes Wasser, aber in der Wanne liegt Laub, tote insekten usw.
Das Wasser ist sehr wohl leitfähig und hier ist es immer nass.

Außerdem geht es nicht um irgendwelche Chemischen Zersetzugen sondern um den Umbau einer R65 aus mindestens 40 versch. Motorrädern.
Ich wollte erst Besserwissertum schreiben, aber das würde ich mich echt nicht trauen! :wink:

In meinem Fall hat sich Edelstahl bewährt und ich werde es auch weiter verwenden.

Für den Fall dass ich eines meiner Motorräder verkaufen werde, kann ich den Käufer darauf hinweisen, dass das Motorrad nur im trockenen Zustand gehalten werden darf, da es sonst vermodert.

Moderrad :-D
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 17.08.2016 07:28

So langsam kann man nun Hochzeit feiern!

Da die angepassten Teile nun so einigermaßen zusammenpassen, kann man mit dem Zusammenbau beginnen.
Wenn dann der annähernd komplette Brocken vor einem steht, wird mit der Feinanpassung und mit den ersten Fahrten auf nicht öffentlichen Straßen begonnen.
Bis dann der TÜV-Termin steht, habe ich das Motorrad garantiert noch 3-mal zerlegt. :cry:
Viele sind der Meinung, dass das doch gar nicht nötig ist - stimmt, aber wenn man einen bestimmten Standard halten will, geht das nicht anders. Es gibt immer noch etwas zu verbessern oder zu verschönern.

P.S. Die Dämpfer der Auspuffanlage hätte ich gerne montiert, aber so ein Krach ist nicht auszuhalten.
Also bin ich dann auf Monolevertöpfe, ohne Vorschalldämpfer umgestiegen.
Super Klang, nicht zu laut, aber trotzdem schön rotzig!
Damit die Optik passt habe ich den Linken nach rechts und den Rechten nach links montiert. :cool:
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 19.08.2016 09:01

Na ja, ich bin etwas entäuscht über die "Schreibfaulheit" in diesem Forum.
Komunikation ist anders. :cry:
Es kann ja auch auch an Meinereiner liegen. Ist der Umbau zu uninteressant, oder ist es hier verpönt ein Kälbchen zu verändern? Eigentlich kann das Letztere nicht sein, da ich nur den original Rahmen und den defekten Motor hatte.
Der Rest stammt von sehr vielen versch. Motorrädern.

Nichtsdestotrotz - ich schreibe halt weiter, weil ich nicht gerne halbe Sachen mache.

Das neue Rahmendreieck braucht nun auch die passenden Seitendeckel.
Dengeln habe ich noch nicht gemacht, deshalb mussten die Seitendeckel aus Alu sein.
Nach der Form des Rahmendreiecks schnitt ich ein Stück Karton, welches ich dann mit Überlappung auf ein Alublech übertragen hatte.
Mit einem Gummihammer, meinen gepolsterten Hocker als Unterlage ging es dann ans Werk.
Sehr langsam hat sich dann die gewünschte Form gebildet. Ich weiß nicht wie viele Schläge der Seitendeckel von mir bekommen hat, aber es waren mehrere tausend. Leider habe ich mir am rechten Handgelenk ein Überbein geklopft, welches ich schon die letzten Wochen immer wieder zurück drücke.
Wichtig ist aber immer wieder das Blech zu erhitzen, weil es sonst spröde wird und dann reißt.

Die andere Seite wurden dann von mir genau so ausgeführt, weil der Vorgänger so gut geklappt hat.

Die Lampenmaske habe ich auch noch aus Alu gedengelt - das hat dann aber 3 Versuche und verschiedene Unterlagen gebraucht.
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Zuletzt geändert von MAWO am 19.08.2016 20:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon Rudiratlos » 19.08.2016 16:34

Hallo Mathias,
Doch ich denke es gibt viele so wie ich die deinen Umbau mit Interesse verfolgen und schon auf den nächsten Artikel warten. :ja: Besonderes Interesse findet die Diskussion mit Frank dessen Beiträge ich auch mit Freude verfolge da ich denke das er es richtig drauf hat 8) .
Also Mathias mach weiter deine Beiträge sind sehr gut und ausführlich und bestimmt für den einen oder anderen eine Hilfe was man abkupfern könnte. :idea:
Gruß Rudi
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon New Daddy » 19.08.2016 21:59

Kannst du die "Adapter" für den Heckrahmen noch mal herstellen? Einen Rahmen und einen Motor habe ich noch da könnte ich doch....
LG

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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 20.08.2016 13:40

Hallo Rudi,

danke für Deine geschriebene Worte. Ich kenne das halt anders vom 2-Ventiler Forum.
Hier liegt evtl. Potential, dass die kleinen Boxer interessanter, breiter und informativer werden.
Hier sind aber ALLE gefordert.
Das Motorrad das ich zur Zeit aufbaue, wird nicht jedem gefallen - es spaltet die Geister, dessen bin ich mir bewusst. Ich dachte halt, dass irgendwelche Komentare oder Fragen autauchen werden - positiv oder negativ - egal.


Hallo Carsten,

der Mensch lernt, so auch ich. Meine Erfahrungen über das Anfertigen von Teilen sind nicht die Besten.
Meine Werkstatt ist eine erweiterte Hobbywerkstatt - mehr nicht.
Es wird aber immer ein anbaufertiges Teil gefordert, bei dem man keine Hand mehr anlegen muss.
Auch BMW hatte Toleranzen, die man nur vor Ort ausgleichen kann.
Und dann gibt es auch die Wörter VERANTWORTUNG und HAFTUNG, welche ich damit umgehe, dass ich für niemanden etwas anfertige.
Aber helfen würde ich Dir trotzdem gerne.
Den "Adapter" habe ich aus 5mm Stahl mit der Stichsäge ausgeschnitten, mit dem Einhandwinkelschleifer verfeinert und die Löcher mit der Tischbohrmaschine gebohrt. Da die linke "Adapterplatte" nicht plan ist, hat sie ihre Form mit Hilfe eines großen Hammers und dem Schraubstock bekommen.
Hinten habe ich dann jeweils einen Winkel angeschweisst, der vertrauenserweckender aussieht, aber nach meinem Empfinden nicht notwendig ist.
Die zusätzliche Strebe (echtes Rahmendreieck) hat da schon etwas mehr Aufwand gefordert, da ich mir für die Pressung der Enden ein Werkzeug bauen musste. (Einfach plattschlagen und Loch bohren ist da nicht - das will der TÜV nicht sehen, weil es nicht hält.)
Du siehst der Adapter war das wichtigste Teil (die Idee), aber beim Anfertigen war es eines der Teile, welche den geringsten Aufwand benötigt haben.
Wenn man dieses Teil nicht anfertigen kann, dann ist der Rest (Gabel anpassen, Tankhalter, Sitzbank anfertigen, Haupt-/Seitenständer verlängern, Werkzeugbox anfertigen........) so weit weg, dass es keinen Sinn macht dieses Teil zu bauen.
Wenn Du Fragen hast - ich bin für Dich da!



So, weiter geht´s mit einem kleinem Gepäckträger:

Der ist wirklich aktuell, da ich ihn erst diese Woche gebaut habe.
Meine Motivation: Aluminium und Edelstahl - Zwei die sich nicht vertragen, aber nach meiner Erfahrung trotzdem zusammengehören. Aber wir Unterfranken sind für unseren trockenen Wein und unseren trockenen Humor bekannt, deshalb dürfte es keine Korrosion geben. :-D
Aus zwei Zentimeter starken ALU-Blech / Platte habe ich mir die Form wie sie mir gefällt ausgeschnitten.
Mit Hilfe des Einhandwinkelschleifers und einer Fächerscheibe wurden dann die Teile "ausgeputzt".
Viele Löcher machen leicht - also hat die Tischbohrmaschine bei mir etwas Fieber bekommen.
Aus 5mm rostfreiem Gelump (Edelstahl Rundstab 5mm), habe ich mir 6 Stücke mit jeweils 3 verschieden Längen abgeschnitten.
Diese wurden dann mit UHU-Endfest in die schrägen Bohrungen geklebt. Dadurch sollte auch Kontaktkorrosion ausgeschlossen sein. Diese Verbindung hält sehr gut, so habe ich es auch bei der Monolever gemacht.
Wo soll denn die Verbindung auch hin, wenn sie fest mit der Sitzbank verschraubt ist. ;-)
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon New Daddy » 20.08.2016 18:20

Moin Mathias,

deine worte zum Thema Verantwortung und Garantie finde ich durchaus nachvollziehbar. Meine Anfrage bergründet sich damit das ich diese Idee des Adapters mit Streben gerne übernehmen würde. Das hast du sicherlich auch verstanden. Meine Werkstadt ist auch nur eine Hobbywerkstadt und selbergemacht habe ich auch schon so einiges... Leider kann ich nicht Schweißen. Dadurch habe ich Probleme einen solchen Adapter selber anzufertigen. Jedes mal wen ich etwas in der Richtung benötige muss ich immer auf die Suche nach Hilfe gehen (das muss ich auch noch mal lernen). Im übrigen deine Lösung mit dem hochgelegten Tank finde ich nicht gut und das würde ich anders lösen wollen (z.B. Tank von eine SR). Als Gabel habe ich eine RXXXR Gabel liegen - die würde ich erst mal verwenden.
Deine Sitzbank ist auch nicht so meins - aber wie auch andere schon geschrieben haben sind das Details die durchaus unterschiedliche gesehen werden dürfen.
So könnte ich noch weiter die verschiedenen Lösungen die du angesprochen hast kommentieren. Das macht jedoch aus meiner Sicht nur Sinn wen der eigene Kommentar eine technische Begründung hat.

Also solltest du mir mit eine Adapter Lösung Hefen können wäre das schön - sonnst suche ich nach einem eigenen Lösungsweg.

LG
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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 21.08.2016 08:50

Hallo Carsten,
klar kannst Du die Idee übernehmen, sonst hätte ich sie ja nicht veröffentlicht.
Meiner Meinung nach lebt so ein Forum vom gegenseitigen Austausch der Ideen.
Um´s schweißen kommst Du nicht herum, egal wie und was Du machst. Schutzgasgeräte kostet nicht mehr viel und man kann es sehr schnell lernen.

Den Tank, wie schon beschrieben, musste ich höher legen, weil ich sonst einen Wendekreis wie ein LKW gehabt hätte. Außerdem wollte ich unbedingt den 248er Tank, damit man den Umbau auch als 248er erkennt.
Der SR500 Tank gehört zu den schönsten Kraftstoffbehältern, leider hat er nur 12 oder 14 Liter Volumen. Das ist mir zu wenig. Zu dem denke ich, dass Du Probleme mit der asymm. Elektrik unter dem Tank bekommst. Feinblechnern ist wegen dem Verziehen beim Löten oder Schweissen nicht so mein Fall.

Die RXXXR Gabel hat einen großen Vorteil, sie ist plug & play. Da hast Du keine Arbeit mit dem Anpassen oder dem Wendekreis. Der größte Nachteil: Es ist eine Straßengabel mit nur 135mm Federweg! Ich habe eine Enduro gebaut mit einer ursprünglich 300mm Federweg Gabel, die ich wegen dem Kardan auf 250mm begrenzen musste.
Die RXXXR Gabel taugt also nur für die trendigen Scrambler.
Wenn Du den Adapter auf diese Gabel abgestimmt hast, passt er nur dafür, oder Du lässt es einfach so und gehst einen Kompromiss ein.
Die Sitzbank stösst auch in meiner Familie auf geteilte Meinung - mir gefällt sie.
Es ist halt so wie Du es geschrieben hast: Das macht jedoch aus meiner Sicht nur Sinn wen der eigene Kommentar eine technische Begründung hat.

"Form follows function" diese Worte treffen es auf dem Punkt beim Bau einer Enduro.

Beim Caferacer ist das anders - das habe ich auch schon hinter mir.

Und wie schon einmal geschrieben - klar helfe ich Dir.
Gruß aus Mainfranken

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Re: R65 X Twinshock, die Lagerbereinigung

Beitragvon MAWO » 24.08.2016 20:48

Auf zu Endspurt:

Hier noch ein paar Kleinigkeiten die ich ohne Fotodokumentation erläutern will.

Mann, der Bock ist hoch - wenn das Motorrad auf eigenen Rädern steht (also mit dem Eigengewicht eingefedert), dann schwebte der Hauptstämder ca. 6 cm über dem Boden.
Meim Seitenständer war so, dass man die Lage des Motorrades eher liegend, als stehend bezeichnen konnte.
Also wurden beide Ständer verlängert, indem ein Zwischenstück eigeschweisst wurde.
Beim Hauptständer waren es Rohrstücke mit innen liegender Muffe und beim Seitenständer habe ich ein Stück Drehmeißel verwendet. Nun lässt sich die R65X Twinschock wieder wie ein ganz normales Kälbchen parken.

Das Werkzeugfach war durch das Hochklappen des Heckahmens zu lang und zu breit, um es an die herkömmliche Stelle einzulegen.
Kurzerhand habe ich in der Länge und in der Breite mit dem Einhandwinkelschleifer Material herausgetrennt und dann den Kunststoff wieder verschweisst. Der Boden wurde dann mit einer ALU-Platte ausgelegt und mit Blindnieten befestigt. So kann man wenigstens wieder das wichtigtste Werkszeug mitnehmen.

Der Lenkeinschlag
Die großen BMW Enduro Umbauer verwenden "Gumminöppel" die an die Rahmenverstärkung aufgeklebt werden.
Das taugt nach meiner Meinung nicht viel. Ich wollte wieder einen Lenkanschlag wie der von BMW war.
Also habe ich wieder aus einer 5mm Stahlplatte den Innenraum der unteren Gabelbrücke ausgekleidet.
Auf diese Stahlplatte musste ich dann nur noch Keile aufschweissen. Eingestellt wird der Lenkanschlag wie original mit einer Schraube mit Mutter und evtl. Beilagscheiben.
Apropos, die Stahlplatte wird mit den Gewinden der Kotflügelhalter an der WP40 Gabel befestigt.
2 Stürze mit der Monolever im Gelände haben gezeigt, dass der Lenkanschlag hält.
Der Lenker war aber so verbogen, dass er sich sogar in den Tank gedrückt hat.

Die Lackierung:
Der Lack war noch von 1997 übrig - Resteverwertung / Lagerbereinigung. Damit habe ich die R12 mit Beiwagen, meine NSU, die 1000er CR, die Monolever und nun die Twinshock lackiert. Jetzt habe ich keinen Lack mehr, also war das, so glaube ich, mein letzter Umbau. Für eine Garagenlackierung bin ich damit zufrieden.
Das Schöne war, dass an diesem Motorrad nur der Tank lackiert werden musste.

Nun will ich Euch das Moped zeigen.
Zum TÜV werde ich voraussichtlich im Frühjahr 2017 fahren.
Dieses Motorrad habe ich nicht nach Schönheit gebaut. Ich weiß es gibt schönere Enduros, aber keine die so günstig, aus reiner Resteverwertung aufgebaut wurden.
Sie hat Details wie es kein zweites Motorrad hat. (Eines von einem Stück :) )
Das Gewicht beträgt aktuell 175Kg. Ich wollte unter 170kg kommen, aber die Sicherheit ist mir wichtiger.
Das Fahrwerk ist gar nicht so schlecht - ich bin eigentlich positiv überrascht. Sie ist leichter wie meine Monolever, hat fast die doppelte Leistung und einen engeren Wenderadius.

Das Ziel ist erreicht, wenn der TÜV-Aufkleber am Nummernschild klebt!
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