R45 Keine Kraft mehr...

Alles rund um die Technik an den Modellen R45 und R65

R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon flatfile » 08.06.2017 17:09

Hallo zusammen,

letztes Wochenende haben wir an meiner R45 Bj´78 den 860ccm-Siebenrock-Satz und neue Ventile verbaut. So weit lief alles gut, die Kiste sprang danach auch fein wieder an und die ersten Probefahrten (ca. 300km bisher) verliefen problemlos und mit einem deutlichen Grinsen am Gesicht. Die letzte Tour umfasste etwa 150 km am Stück, danach wurde das Motorrad abgestellt und als ich sie heute wieder anlasse, macht sie auf einmal Mucken.
Im Stand läuft sie weitgehend gleichmäßig und lässt sich auch hochdrehen. Aber sobald ich einen Gang einlege und losfahre, fängt sie tierisch an zu röhren und die Leistung fehlt komplett. Gas aufdrehen verstärkt das Röhren und die Vibrationen, wirklich schneller wird man kaum. In jedem Gang scheint irgendwie nach 10% Schluss zu sein. Im 5ten Gang komme ich gerade noch so mit 50-60 km/h den Berg zu uns rauf. Auch die Drehzahl geht nicht höher. Es fühlt sich fast an, als würde man mit gebremstem Anhänger fahren....

Da ich noch neu im Selberschrauben bin, hoffe ich, dass ihr mir Tipps geben könnt, wo ich suchen könnte bzw. woran es liegen könnte. Was mich sehr verwundert ist vor allem, dass sie anfangs nach dem Umbau tadellos lief und nun auf einmal Zicken macht. :(

Beste Grüße
Konstantin
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon Feuerwehrmann » 08.06.2017 17:59

Hallo Konstantin,
da wirst du wohl alles noch mal abbauen müssen. Schau dir die Köpfe an, ob alles noch dicht ist. Prüfe die Ventile, die Kipphebel auf Gängigkeit. Sieh dir die Kolben an, ob du den richtigen Bausatz hast. Der R45 Bausatz hat wohl wegen der kleineren Köpfe, Kolben mit der Quetschkante. Kolbenringe richtig drauf und nicht gebrochen. Das sieht mir nach irgendeinem Bruch aus. Ich tippe auf Einbau- oder Materialfehler.
Ansonsten ist der Bausatz ja der Hammer, sagt man.
Gruß
Eberhard
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon flatfile » 08.06.2017 19:22

Hi,

noch ein Nachtrag. In letzter Zeit konnte ich ein lauteres Klackern aus dem vorderen Motorbereich feststellen. Ich war mit dem Ohr ganz am Ventildeckel, darunter war es ruhig, das Klackern vermute ich vorne von der Steuerkette.
Kann das wiederum Auswirkungen auf Zündung und somit auf die plötzlich so schlechte Leistung haben?

@Eberhard: Vielen Dank für eine Antwort. Würde ein Einbau- oder Materialfehler nicht bereits im Leerlauf im Stand Auswirkungen haben und nicht erst im Fahrbetrieb? Da ist es, was mich gerade etwas sehr stutzig macht...

Beste Grüße
Konstantin
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon TOM der Badner » 08.06.2017 19:28

Mal was ganz banales:

Bekommt Sie genug Sprit?

Gruß Tom
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon Rote Rita » 08.06.2017 22:23

Hallo Konstantin,
behalte mal die Ruhe! Wenn der Motor ein Mal gut gelaufen ist, dann kann er nicht schlagartig die Leistung verlieren. Lass ihn erst mal zusammen und denke nach. Ist wie ein Krimi. Wer war der Übeltäter? Tom zeigt in die richtige Richtung.
Kommt genug Sprit?
Geht der Choke zurück?
Ist genug Ventilspiel da?
Hat sich die Zündung verstellt?
Sind an beiden Vergasern die Membranen heil?

Wenn du das alles abgeklappert hast, kannst du noch die Kompression messen. Vielleicht fällt dir noch was ein?
Danach kannst du dich ja hier noch mal melden.

Viel Erfolg und Glück wünscht Rainer
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon R65_dieter » 09.06.2017 08:05

Hallo,

Habe vor einem Jahr auch diese Umbauprozedur machen (müssen), da meine alten R65 kolben über 0,2mm spiel am kolbenhemd hatten. hab einen gmr drin.

Daher ein paar eingehende fragen vorab,

die Schmierung vom Motor ist ok? eine grobe aussage darüber kann man machen wenn die Zylinder unten sind und man die Nockenwelle anschauen kann und die böden der stösselbecher. hier sollte kein abrieb oder pitting sein. erst dann würde ich weiterarbeiten.

habt ihr die Kolbenringe sauber montiert (kleeblattausrichtung der spalte), kolbenringstosspiel richtig gemessen (sollte man vor jedem kolbeneinbau explizit prüfen), ölabstreifringe richtig montiert, Kolbenringe auch?

Da wo die Bezeichnung am Kolbenring steht ist ist oben, also zur brennraumseite hin.

die ölabstreifer sind ja ziemliche fusseldinger, muss man mit dem spannband beim einsetzen schon verdammt aufpassen dass man die nicht kaputtmacht.

ganz wichtig, vor dem ersten motorlauf alles zusammenbauen, auf Schmierung der kipphebel achten und auf Beweglichkeit der stössel wenn das Ventil geschlossen ist. die stössel sollten sich mit den fingern drehen lassen. da darf nix reiben an den stösselrohren.
beim ersten zusammenbau ohne zykodichtung, lötzinnstreifen quer auf den kolben und Motor durchkurbeln mit eingestelltem ventilspiel. dann köpfe wieder runter und schauen ob der lötzinnstreifen Quetschungen hat.
falls nicht, zykodichtung rein und kompressionstest. verdichtungsverhältnis sollte nicht über 10:1 sein. habt ihr den einbausatz mal ausgelitert?

klappern bei last, ne frage, habt ihr die c ringe am kolbenbolzen auch sauber eingesetzt?

dann frage ich mich ob der r65 umbau auch für die Nockenwellen der r45n (oder ist das eine r45s) passt. vergaser umbbedüsen auf sauberen motorlauf ist nach dem einbau noch eine extranummer. ich geh jetzt mal davon aus dass der ansaugtrakt dicht ist und die vergaser sauber eingestellt sind.

ich habe zur spritversorgung beim Probelauf vergaser einer r90 genommen und die bedüsung dann übernommen, Motor lief gut damit. zum fahren verwendete ich dann vergaser einer r80 g/s mit angepasster bedüsung und nadelstellung.

Zündkerzen, wie sehen die aus nach den ersten Kilometern?

keine Leistung bei Belastung und teillast könnte auch zu fetter motorlauf sein.

hochdrehen, was heisst das? die ersten tausend km empfahl BMW damals schon nicht über 4000. dann Ölwechseln und filter und schauen ob das Motoröl sauber ist oder irgendwelcher abrieb sich findet.
die ersten tausend km darf man auch öfter mal Ventilspiel kontrollieren und die kerzen anschauen. daran hat sich bis heute noch nix geändert ;-)

habt ihr ein Endoskop zum reinschauen in die brennräume übers zündkerzenloch? fresspurensuche?

und dann sollte man nicht übereuphorisch die leistungsbrille aufsetzten, weil schneller wird die kleine kuh durch hubraumerweiterung nicht, weil der Motor dreht ja auch nicht höher da die dynamischen massen ja fast gleich sind.

um den zugewinn an Drehmoment auch richtig zu nutzen benötigt man einen anderen endantrieb.

der 37/11 aus der R80 ist eine gute Wahl, vorher sollte dann geprüft sein ob die breiten bremsbeläge auch in die hinterradtrommel passen. es geht, aber ist knapp.

den passenden Tacho mit w-wert liefert dann die r80st.

gruss

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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon rei97 » 09.06.2017 08:25

Also:
Wie schon erwähnt, kommt der rapide Leistungsverlust nach der ersten, erfolgreichen Ausfahrt nicht unbedingt vom Motor.
Das unrunde Röhren bei gleichzeitigem Leistungszusammenbruch ist sehr wohl ein Anzeichen für Membranitis.
Eine schwarze Kerze auf der betroffenen Seite erhärtet das und beim Abziehen des Kerzensteckers auf der Gegenseite führt dann zum sofortigen Stillstand.
Das sind m.E. die ersten einfachen Schritte bei dem Phänomen.
Je nach Vergasertyp (flach oder Dom), fällt der Membrantausch leichter oder schwerer, und daher wird beim Flachvergaser auch der Schieber zusammen mit Membran angeboten, aber zu haarsträubendem Preis.
Regards
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon Feuerwehrmann » 09.06.2017 09:32

Hallo Konstantin,
Das leichte Klackern im vorderen Bereich habe ich trotz Motorüberholung auch. Das stört micht nicht, da ja alle Toleranzen "ungefiltert" ihre Geräusche nach Außen bringen. Wenn du die Kipphebel mit Plastikscheiben verwendest hast Du Ruhe, dafür klappert oder du hörst was anderes.
Das du schon 300 km gefahren bist, das ist ein Zeichen, dass du erst mal alles richtig gemacht hast. Aber Du hast jetzt mehr als 35 PS unter dem Tank. Der Druckanstieg ist ernorm. Für den Motor nicht, denn der Motorblock ist ja bei den Großen fast identisch. Kurbelwelle, Pleul, Nockewelle müßten das aushalten. Man empfiehlt bei der R45 eine "schärfere" Nockenwelle einzubauen.
Aber zum Fehler; ich würde jedes Teil in Ruhe am Wochenende ausbauen und anschauen. Dichtsatz nicht vergessen. Du hast die Ventilege gewechselt. Denke daran, dass die "Kleine" orginal keine 8mm Auslassventile hat. Hast du jetzt 8mm eingebaut?
Kupplung OK?
Laß`mal hören wie das alles lang geht, denn für uns ist das schon auch wichtig. Ich wollte auch bei meiner umgebauten R65 umrüsten, aber der TÜV erkennt dann mein H-Kennzeichen ab. Sagt er jedenfalls.
Gruß
Eberhard
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon Rote Rita » 09.06.2017 15:12

Hallo Dieter,
du fragst unter anderem
habt ihr den einbausatz mal ausgelitert


Wie misst man am besten den Brennraum wenn der Kolben im OT steht? Welche Genauigkeit kann man erreichen?
Das würde mich mal brennend interessieren! :D

Gruß Rainer
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon Brummbär » 09.06.2017 15:19

Und was, wenn die Zündung komplett verstellt ist?
Die würde ich persönlich nachsehen, wenn die Leistung über Nacht weg ist und das Teil nicht hochdreht.

Gruß
Michael
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon Feuerwehrmann » 09.06.2017 17:06

Hallo Rainer,
so wie ich das bisher mitbekommen habe, baut man die Zylinderköpfe ab. Dann legt man den Zylinderkopf so, dass man destiliertes Wasser in die Öffnung (mit Kerze natürlich) drücken kann. Das macht man mit einer kleinen Spritze. Die Menge merkt man sich oder schreibt man auf. Dann legt man eine durchsichtige mind. 2-3 mm dicke "plane" Kunststoffscheibe auf den Zylinderkopf und lotet das richtig aus. In die Mitte der Kunststoffscheibe bohrt man ein Loch und durch dieses füllt man wieder destiliertes Wasser auf. Dann zieht man die Menge der Kerzenflüssigkeit vom Gesamtergebis ab. Fertsch.
Das klingt natürlich überhaupt nicht wissenschaftlich. Aber vielleicht gibt`s eine App. Öl in die Kerzenöffnung zu füllen und das bis zum unteren Rand der Kerzenbohrung, ist m.E. nicht so genau.
Gruß vom Rhein
Eberhard
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon flatfile » 09.06.2017 21:05

Guten Abend zusammen,

erstmal vielen Dank für die vielen Antworten und die rege Beteiligung.

Mangels Fachwissen kann ich zwar (noch) nicht allen Ausführungen folgen, aber ich lerne ja noch.

Zum Umbau selber: Ich habe es nicht alleine gemacht, sondern hatte jemanden, der mir dabei über die Schulter geschaut hat. Siebenrock liefert auch eine recht ausführliche Anleitung mit. Ich gehe nun erst mal davon aus, dass die Kolbenringe korrekt montiert sind, die Kleeblattausrichtung und die Top-Seite der Ringe wurden beachtet.
Pleuelspiel war auch ok; ich hätte noch dazu schreiben sollen, dass meine Q erst 32.000km auf der Uhr hat.
Die neuen Ventile sind identisch mit den Alten, 7mm, und wurden eingeschliffen. Klar, kann der Fehler bereits hier liegen, aber die Tatsache dass sie erstmal gut lief, lässt mich nun erstmal an anderer Stelle nach der Ursache suchen.

Habe heute mal Folgendes gemacht:

Benzinzufuhr: Messbecher untern Benzinhahn -> 0,5 l brauchten etwa 50 Sek um dort rauszulaufen. Tank war halbvoll. Referenzwerte dazu habe ich allerdings nicht, der Sprit floss m. E. nach "normal" aus dem Hahn. Oder ist das zu langsam und deutet auf einen zugesetzten Filter hin?

Choke: So weit ich das von aussen beurteilen kann, sind beide Züge gängig und gehen ganz zurück. Wie es im Inneren der Vergaser aussieht, muss ich erst noch gucken wenn ich ihn ausgebaut/zerlegt habe.

Kipphebel: Axial-Spiel 0,05 -> sollte Ok sein.

Ventilspiel: kontrolliert, Einlass 0,1, Auslass 0,2. War soweit ok, ein Einlassventil war nen Ticken zu stramm.

Zündkerzen: sind deutlich verrußter als vorher!

Die Verbindungsmuffen vom Vergaser zum Luftfilter (wie heissen die Dinger eigentlich richtig?) abgezogen -> Innenraum dieser mit öligem Film. Kann es sein, dass wenn ich beim Öl auffüllen etwas zu viel eingefüllt habe, das zu viel an Öl per Motorgehäuseentlüftung die Vergaser und den Luftfilter zugesetzt hat? Evtl sogar die Membranen beschädigt?
Hatte den Luftfilter dann mal in der Hand, aber auffällig ölig kam mir der nicht vor.
Mal so nebenbei: welchen Trick gibts eigentlich, damit man die lange Schraube, welche die beiden Hälften des Rundluftfiltergehäuses zusammenhält, wieder treffsicher ins Gewinde zurück bringt? Das ist mir heute nicht mehr gelungen... :?

Ansonsten müsste ich mich nun erstmal mit der Materie Vergaser zerlegen/reinigen/warten sowie Zündung korrekt einstellen beschäftigen. (Muss erstmal gucken damit ich an eine Zündlichtpistole komme)

Ich bin heute nochmal ein paar Meter gefahren, nochmal eine Schilderung des Fahrverhalten. Im Stand nach wie vor ganz manierlicher Leerlauf, im Stand dreht der Motor auch normal hoch. Sobald ich losfahre und Gas gebe, fängt die Maschine fast an zu "flattern", starkes Vibrieren und dumpfes Röhren. Beschleunigung kaum vorhanden. Sobald ich dann aber langsam mal Fahrt aufnehmen konnte und die Geschwindigkeit nur noch halte, läuft der Motor wieder ruhig (beispielsweise 3ter Gang, 50km/h bei rund 3000 U/min). Das Problem tritt irgendwie nur auf, wenn Kraft benötigt wird. Kennt jemand solche Symptome? Für mich fühlt es sich quasi an, als wenn die Kuh "verhungern" würde, sobald man beschleunigen möchte...

Ihr merkt sicher selbst, mir fehlt noch ein Haufen an Fachwissen, ich versuche eben im "learning by doing" das Motorrad kennen zu lernen.

Mal schauen wie es weiter geht. :D
Schönen Abend!
Konstantin
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon MMö » 09.06.2017 22:29

flatfile hat geschrieben:Ansonsten müsste ich mich nun erstmal mit der Materie Vergaser zerlegen/reinigen/warten sowie Zündung korrekt einstellen beschäftigen. (Muss erstmal gucken damit ich an eine Zündlichtpistole komme)


Lass um Himmels Willen den Motor zusammen! Wenn gelaufen und gut, dann ist da nicht der Fehler zu finden!
Vergaser, Zündung - da zuerst gucken. Wiki reicht dir zur Not aus, um die Zündung einzustellen und Vergaser
richtig einzustellen. Guck dir bitte auch die Membranen an, wie hier bereits schon gedeutelt wurde.

Ich habe nach meinem Umbau gleich auf eine Omega-Zündung umgebaut und die Diodenplatte verbannt. Die hatte ich mir bei einer Bastelaktion zerschossen und mir gleich eine eingegossene gegönnt. Danach war Ruhe - nie wieder Zündung einstellen. Einmal Kennfeld einstellen, fertig.
Ils ont les armes. On les emmerde. On a le champagne!
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon vaca » 09.06.2017 23:11

Habe mir letzte Woche Boehmuhren gegönnt. Gerade als Novice braucht man Hilfsmittel, welch ein Unterschied noch einmal und dabei dachte ich die Vergaser seien schon gut eingestellt gewesen ..
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Re: R45 Keine Kraft mehr...

Beitragvon Rote Rita » 09.06.2017 23:59

Hallo Konstantin,

erst mal Kompliment für dein zielstrebiges Vorgehen. Den Fehler findest du!
Zwei Antworten auf Nebenfragen: Die Kurbelgehäuseentlüftung kann den Luftfilter nicht zusetzen, der Gummischlauch lässt den Schmadder erst hinter dem Luftfilter raus. Die Bohrung für die lange Schraube siehst du, wenn du den linken Ansaugkrümmer abnimmst.Aber man kann üben. Ich kippe die lange Schraube von oben nach unten und von rechts nach links. Sie schlägt jeweils an. In der Mitte ist die Bohrung. Kostet einige Versuche. Sicherer ist die erst Methode, der Ansaugkrümmer war ja sowieso ab.
Zum eigentlichen Problem: Wenn die Ansaugkrümmer beide ab sind, läuft der Motor sehr schlecht, aber man kann sehen ob die Gasschieber hochgehen. ( Nicht ganz aber doch deutlich - ist ja keine Last)
Genug Benzin fließt, das hast du geprüft. Wenn die Kerzen schwarz sind, kommt ja zu viel Benzin oder zu wenig Luft. Warum fällt mir aus der Ferne auch nicht ein.
Ist der Ansauggummi evetuell zu ( oder der Lufteintritt)?

Gruß Rainer
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